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16/17 April   +   21/22 Mai

2011 Kurs

Pferd komplett

 

Der Lehrgang „Pferd komplett“ am 16.-17.04.2011 aus der Sicht von Horst-Peter Huwer

Am 16. und 17. April 2011 war es wieder soweit: unter dem Motto „Pferd komplett“ trafen sich sechs Reiter mit ihren vierbeinigen Freunden, um sich zwei Tage lang ihrer gemeinsamen Ausbildung zu widmen. Unter der Leitung von Elke Diebold hatten sich in Schweix die unerschiedlichsten Paare versammelt:

Lena mit Andy, Quarter Horse Wallach
Alena mit Candy, Pinto Stute
Sylvia mit Paco, Paint Horse Wallach
Maxine mit Anschi, Arabo-Haflinger Stute und Beauty, Trakehner Stute
Judith mit Pila, Haflinger Stute
Horst-Peter mit Texas, Paint Horse Wallach

So bunt gemischt wie Pferde und Reiter waren auch die vertretenen Reitweisen. Englisch- und Westernreiter sowie Zäumungen mit und ohne Gebiß waren vertreten. So wurde auch jedem gleich klar, daß es hier nicht um eine bestimmte „reiterische Schule“ geht. Elke ist die Vermittlerin zwischen Pferd und Reiter und hilft auf dem frei gewählten Weg weiter. Sie sucht die Stärken und positiven Aspekte bei jedem Paar und macht Vorschläge, wie Schwächen beseitigt und Probleme vermieden werden können.

Die erste Übung für die meisten Teilnehmer war der Round Pen. Die Arbeit mit dem Pferd ohne technische Hilfsmittel, die Kommunikation über mehrere Meter Entfernung stellt hohe Ansprüche an den Reiter. Jede Änderung der Körperhaltung führt zu teilweise erstaunlich direkten Reaktionen des Pferdes. Wer sich aber an diese Form der Kommunikation gewöhnt hat, wird mit einem intensiven Kontakt mit seinem Pferd belohnt.

Der Nachmittag war hauptsächlich der Bodenarbeit in der Halle vorbehalten. Es fing an mit Führübungen. Dem Reiter bei jedem Tempo folgen, stehen bleiben und auch wieder einige Schritte rückwärts gehen sieht zwar einfach aus, vom Pferd wird aber ungeteilte Aufmerksamkeit gefordert. Das Weichen an Vor- und Hinterhand bzw. Vor- und Hinterhandwendungen folgten. Dann wurden Seitengänge geübt, vom Reiter weg und zum Reiter hin. Zum Abschluß der Übungen wurde ein paar Minuten locker longiert.

Die Pferde wurden in diesen Übungen hauptsächlich geistig gefordert. Die ungewohnte Anspannung führte in den folgenden Ruhepausen dazu, daß eine ganze Reihe von Pferden in ihren Paddocks standen, den Blick in die Ferne schweifen ließen und nacheinander stehend einschliefen. Dieser Effekt war bei allen Pferden zu beobachten, auch solchen, die als nervös, aufgeregt oder sehr sensibel beschrieben worden waren. So entspannt haben die wenigsten ihr Pferd bisher gesehen.

Als besonderer Service war die Pferdephysiotherapeutin Steffi Niederheiser (www.niederheiser.com) an beiden Tagen anwesend. Auf Wunsch wurde am ersten Kurstag der Gang und die Haltung eines Pferdes beurteilt und bei Bedarf die notwendige Behandlung durchgeführt. Der Erfolg der durchgeführten Behandlung sollte am zweiten Kurstag beobachtet und beurteilt werden.

Der erste Kurstag wurde mit einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant in einem benachbarten Ort in Frankreich beendet. Dabei konnten in angenehmer Atmosphäre die Erlebnisse des Tages diskutiert werden und natürlich kamen auch viele andere Themen rund um Pferd und Reiter zur Sprache.

Der zweite Kurstag begann mit der Wiederholung und Vertiefung der Bodenarbeitsübungen vom Vortag. Mensch und Pferd, schon etwas sicherer in der Kommunikation miteinander, fanden sichtbar Gefallen an den neu erworbenen Kenntnissen. Wenn in zwei Tagen schon solche Erfolge zu verzeichnen sind, was ist dann wohl bei regelmäßigen Übungen möglich? Dieser Kurs hat auf jeden Fall bei allen Teilnehmern das Interesse auf „mehr“ geweckt. Wer noch nicht im Round-Pen war hatte nun noch die Gelegenheit dazu. Auch wurden die Erfolge der physiotherapeutischen Behandlung vom Vortag sichtbar und mit Freude aufgenommen.

Der Nachmittag war dann hauptsächlich für Reitstunden auf dem Platz vorgesehen. Jeder Teilnehmer hatte Wünsche und Fragen, die individuell behandelt werden konnten. Es wurden Seitengänge geübt, die gesunde Form des Pferderückens begutachtet und über Stangen getrabt. Es wurde ausprobiert, wie Pferde auf Zügel- oder Gewichtshilfen reagieren oder ob bei einem Pferd eher eine Zäumung mit oder ohne Gebiß von Vorteil ist. Trail-Übungen mit Stangen und Hütchen wurden gezeigt und geübt. Aber trotz der Vielzahl der Themen, die behandelt wurden, stand immer wieder die ständige Verbesserung der Kommunikation zwischen Mensch und Pferd im Vordergrund. Denn eines wurde allen Kursteilnehmer im Laufe der Zeit klar: unsere Pferde können viel mehr als wir ihnen zutrauen und sie wollen es uns auch zeigen. Wir müssen nur lernen, ihnen zu sagen, was wir uns von ihnen wünschen.

So ging ein rundum gelunger Kurs zu Ende, der wohl für alle Teilnehmer der Anfang von neuen Erfahrungen und Entdeckungen rund ums eigene Pferd war. Wir freuen uns schon auf eine Fortsetzung solcher Veranstaltungen in der Zukunft.

 

 

 


Bericht zum Kurs 21. u. 22. Mai 2011 von Christine Hoffmann 

Nachdem ich bereits bei mehreren Kursen auf der Grenzlandranch als Zuschauer dabei war, war es nun an der Zeit, auch einmal aktiv teil zu nehmen. Um den Samstag ganz entspannt angehen zu können, haben wir meine beiden Pferde bereits Freitags nach Schweix gefahren.

 

Da Elke einen guten Draht zum Wettergott hat, starteten wir Samstags morgens bei strahlendem Sonnenschein.

 

Die Truppe war wie immer bunt gemischt. Das zarte 3-jährige Hafistutchen Orchidee, der schüchterne Portugiese Sahir, der imposante Warmblüter Artus, die Scheckenzicke Gala, der coole Tinker Billy und mein flippiger Pinto Slippy.

 

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der jeder seine Wünsche zu Kursablauf und Lernzielen äußern konnte, ging es los mit der Roundpen-Arbeit.

 

Es war spannend, die verschiedenen Pferdecharaktere im Roundpen zu beobachten.

Artus hatte gar keine Lust zu tun, was Ewa von ihm wollte. Man konnte ihm direkt ansehen, was er dachte. Billy zeigte, wie stur ein Tinker sein kann. Slippy fühlte sich wie auf der Rennbahn, hat gezeigt was er kann und mich ordentlich ins Schwitzen gebracht. Orchidee wollte gar nicht erst ins Roundpen hinein und war dann sichtlich verblüfft, dass Elke in der Mitte stand und mit ihr in ihrer Sprache kommunizierte. Portugiese Sahir war eifrig bei der Sache, am wohlsten fühlte er sich allerdings in der Nähe von Elke.

 

Physiotherapeutin Steffi Niederheiser beobachtete mit geschultem Auge die Pferde bei der Arbeit, um gegebenenfalls Hand anlegen zu können.

 

Dann war es auch schon Zeit für unser wohlverdientes Mittagessen: Elkes Sohn Daniel, an diesem Wochenende zuständig für „Essen auf Rädern“, versorgte uns mit italienischen Leckereien. In gemütlicher Runde wurde gegessen und über die Eindrücke unserer bisherigen Arbeit gefachsimpelt.

 

Nachmittags ging es an Bodenarbeit. Führübungen mit Knotenhalfter und Seil. Man sah deutlich den Unterschied zwischen den Pferden, die das schon kennen, und denen, für die es völlig neu war, dass Mensch das Pferd führt und nicht umgekehrt. Und alle haben festgestellt, wie schwierig es für Mensch ist, das Pferd von der rechten Seite aus zu arbeiten.

 

Der Abschluß dieses erfolgreichen und anstrengenden Tages war das traditionelle gemeinsame Abendessen in Frankreich. Auf das kühle Biere Amer hatte ich mich schon den ganzen Tag gefreut.

 

Sonntag morgen starteten wir wohlgelaunt – und wie sollte es anders sein – bei strahlendem Sonnenschein, mit Doppellonge. Für die meisten Pferde war es das erste Mal. Und alle waren sie entspannt und mit Eifer dabei. Verblüffend, wie schnell sie locker und entspannt vorwärts-abwärts gingen. Mein Rennpferd vom Vortag war nicht wieder zu erkennen. Gala war so verzückt, dass sie gar nicht mehr aufhören konnte, Elke anzurossen.

 

Ein besonderes Erfolgserlebnis hatte Cornelia mit ihrem Portugiesen. Zum ersten Mal seit einem Jahr saß sie im Sattel ihres „unreitbaren“ Beistellpferdes.

 

Nach dem italienischen Mittagessen ging es ans Reiten. Gala und Artus gemeinsam in der Halle war schön anzusehen – Western meets Classic. Im Anschluß dann die Scheckenparade, Billy mit seiner Reitbeteiligung Anika und ich mit meinem Slippy. Das Pferd, dass da so ruhig und cool in der Halle lief, hatte so rein gar nichts mehr mit dem wilden Mustang im Roundpen am Vortag zu tun. Ein absolutes Erfolgserlebnis.

 

Orchidee und Sahier  durften noch mal Roundpen Arbeit und Führübungen machen.

 

Pünktlich zum Ende des Kurses kam dann der lang ersehnte Regen. Eine richtige Wohltat nach den beiden heißen Tagen.

 

Fazit: Zwei lehrreiche schöne Tage, nette Menschen und gute Gespräche. Pferde und Menschen haben viel gelernt und viel mitgenommen, worauf sie aufbauen können. Ich freue mich schon auf den nächsten Kurs.

 

 

 

 

 

 

 

21. und 22. Mai 2011

 

 

 

 


 

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